Eine Runde durch Frankreich

… oder fahren bis es aufhört zu regnen

Eigentlich sollte unsere Reise Anfang Dezember mit einem Schiff erfolgen. Bereits vor mehr als 12 Monaten gebucht sollte es die Jungfernfahrt eines neuen Schiffes sein und uns von Hamburg auf die Kanaren führen. Doch 14 Tage vor dem Reisetermin – Absage. Das Schiff wird nicht rechtzeitig fertig hieß es. Was nun? Einfach nix machen wollten wir auch nicht, aber im Dezember mit dem Wohnmobil? Nun denn, warum nicht.

Wir entschlossen uns Richtung Süden, Fernziel Frankreich. Am 2. Dezember ging es los. zu Hause regnete es in Strömen und sollte den Großteil des Tages nicht aufhören. Uns war es egal, der Tank voll, und so sagten wir uns das wir erst anhalten wollen, wenn es nicht mehr regnet

Die erste Etappe führte uns bis nach Trier. Wir haben bereits viel vom dortigen Weihnachtsmarkt gehört und so sollte es unsere erste Station werden. Das mit dem Weihnachtsmarkt hat dann am Ende nicht geklappt, da wir (wegen des Regens) später ankamen als geplant und – genau – es permanent wie aus Eimern schüttete. Also auf dem Stellplatz eingecheckt, Strom angeschlossen und gemütlich bei Sonntags-Fernsehprogramm zu Abend gegessen.

Stellplatz: Reisemobilplatz Treviris, In den Moselauen 1, 54294 Trier, Telefon 0651-86921, https://www.camping-treviris.co

Aber wir wollten ja weiter Richtung Sonne …

Ein kurzer Tankstopp in Luxemburg und dann hieß unser Tagesziel

Colmar

Auf dem Weg dorthin führte es uns an einigen „Gelbwestenkreiseln“ vorbei, die aber allesamt ohne Probleme passiert werden konnten. In Colmar war auf unserem Wunschstellplatz nichts mehr frei; doch auf der Suche nach Alternativen entdeckten wir sogar einen Stellplatz der noch näher an unserem eigentlichen Ziel, dem Colmarer Weihnachtsmarkt, gelegen war. Wilma kurz abgestellt, Vorbereitungen getroffen und dann auf zum Weihnachtsmarkt.

Schön geschmückt rund um die Kathedrale zwischen den Buden und beleuchteten Häusern gebummelt und dann in einem schönen Lokal zum Abendessen eingekehrt. Schade nur, dass solche Veranstaltungen in der heutigen Zeit nicht mehr ohne große und schwere Betonpoller an den Eingängen stattfinden können. Ein schöner Abend ging in unserem Wohnmobil bei einem Glas (oder waren es doch zwei?) Wein zu Ende und wir planten unsere weitere Reise.

Denn wir wollten ja noch zu Sonne …

Die dritte Etappe sollte uns eigentlich an die Ardèche führen. Die Strecke ab Colmar war uns jedoch zu weit um sie an einem Tag zu fahren. Wir beschlossen in der Nähe von Lyon eine Zwischenübernachtung einzulegen. Wir fanden einen schönen Stellplatz ca. 20km nördlich von Lyon in Villefranche-sur-Saône. Schön gelegen am Fluß, große Stellplätze, Schwimmbad direkt nebenan, ist der Platz im Sommer bestimmt ein lohnendes Ziel für mehrere Tage um dort die Zeit zu genießen und die Nähe zu entdecken. Zeitlich so geplant das wir am frühen Nachmittag dort ankommen war Zeit um ein paar Vorräte einzukaufen und die Frisch- und Abwasservorräte aufzufüllen bzw. abzugeben.

In Vorbereitung unserer Einkaufstour entdeckten wir, dass die Schlüssel unserer Fahrradschlösser wohl zu Hause lagen. Mist, nix mit gemeinsamen Bummeln durch die Geschäfte. Einer mußte nun immer die Räder bewachen… Zur Belohnung ein entspannter Abend mit einem leckeren Bordeaux 😉


Stellplatz: CAMPING DE MON VILLAGE SITE OF VILLEFRANCHE-SUR-SAÔNE, 2788 route de Riottier 69400 VILLEFRANCHE-SUR-SAÔNE, www.campingcarpark.com
Besonderheit des Platzes: der Platz gehört zu einer Betreiberkette. So noch nicht vorhanden muß man zur Einfahrt eine „Mitgliedskarte“ (4€ Stand 12/2018) erwerben, auf die dann Guthaben zur Bezahlung der Stellplatzgebühren aufgesucht werden. Bei diesem (ersten) Mal geschieht dies in einem Vorgang am Automaten, später kann man auch über das Internet vorab Beträge auf die Karte laden und so direkt an der Schranke einfahren. Die Karte bleibt im Besitz und kann für weitere Aufenthalte auf allen Plätzen der Kette genutzt werden. Schön ist auch das man auf der Website des Betreibers zum jeweiligen Stellplatz die aktuelle Anzahl der freien Stellplätze einsehen kann.

Gut ausgeschlafen, Wasser ver- und entsorgt ging es am nächsten Morgen nach einem schönen ausgiebigen Frühstück weiter. Ziel Ardèche, Pont-Saint-Esprit, die Mündung der Ardèche in die Rhòne. Am frühen Nachmittag sind wir in unserem Zielgebiet angekommen, doch die von uns favorisierten Campingplätze waren saisonbedingt geschlossen. Wir wollten auch nicht viel weiter am Fluß hinauf fahren und weiter Zeit vergeben; wichtig war uns doch zeitig einen für uns schönen Stellplatz zu finden, der uns einige Tage aushält. Denn es waren nun doch schon einige Tage auf Tour und nun sollte allmählich mal die Erholungsphase beginnen. Wir haben unsere Apps etc. befragt und sind letztlich auf einen Campingplatz in Avignon gestoßen. Das gefiel uns, also auf den Weg gemacht…

Avignon

Zwei Stunden später kamen wir bei strahlendem Sonnenschein in Avignon an und wurden direkt mit diesem Ausblick empfangen. Nun noch schnell die Formalitäten erledigt, Wilma abgestellt und dann einen ersten Spaziergang an der Rhòne mit einem ersten Blick auf die berühmte Pont d‘ Avignon. Der Campingplatz liegt direkt gegenüber der Altstadt auf einer Rhòneinsel, über die Brücke ist man in 10 Minuten in der Altstadt mit kleinen Straßen und großen Plätzen.
Camping Bagatelle, 25, allee Antoine Pinay, 84000 Avignon www.campingbagatelle.com

Der Pont Saint-Bénézet, auch Pont d’Avignon genannt, ist die Ruine einer Bogenbrücke in der französischen Stadt Avignon, die einen Teil des östlichen Flussarmes der Rhone überspannt. Die Brücke ist nach dem heiligen Bénézet benannt. Das Bauwerk gab Anregung für das Lied Sur le pont d’Avignon und gilt als ein Wahrzeichen der Stadt. Der Pont Saint-Bénézet wurde bereits im Jahr 1840 als Monument historique in die staatliche Denkmalschutzliste Frankreichs aufgenommen. Gemeinsam mit dem Papstpalast von Avignon und der Kathedrale von Avignon bildet er das UNESCO-Welterbe Historisches Zentrum von Avignon (Quelle: Wikipedia)

Wir haben zwei wundervolle und sonnige Tage in Avignon genossen, stellte sich für uns die Frage wohin weiter. „Links rum“ Richtung Cote d‘ Azur oder in die andere Richtung, bis nach Spanien? Barcelona? Nun, schon reizvoll Anfang Dezember nochmal die volle Sonne genießen. Aber es würde ja auch noch einen Rückweg geben und den wollten wir nicht pausenlos fahrend verbringen. Anderseits stand das Wochenende vor der Tür welche aktuell in Frankreich mit großen Protesten der Gelbwesten geprägt sind.

Auf unserem bisherigen Weg haben wir schon Gelbwesten an den Kreiseln der Nationale gesehen, aber alle vernüftig und ohne Randale. Aber am Wochenende schaukelte sich das immer auf und wurde – zumindest in den größeren Städten – gewalttätig. Wir kamen zu dem Ergebnis das Wochenende auf einem neuen Stellplatz zu verbringen; unsere Wahl fiel auf Carcassone. Ca. 240 Kilometer von Avignon entfernt, eine gute Strecke um am frühen Nachmittag dort zu sein, machten wir uns auf den Weg unserer vierten Etappe, nach Carcassonne

Bekannt duch das preisgekrönte Brettspiel unserer Jugend zog es uns an, die Festung über der Stadt, das wollten wir uns ansehen.
Carcassonne (okzitanisch: Carcassona) ist eine Stadt mit 45.996 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) in Südfrankreich und Präfektur des Départements Aude. Sie ist Sitz des Gemeindeverbands Carcassonne Agglo mit über 105.000 Einwohnern. Ihr Wahrzeichen ist die mittelalterliche, auf einem Hügel der Altstadt gelegene, als Cité von Carcassonne bezeichnete Festung (Quelle: Wikipedia)

Einen Stellplatz fanden wir auf dem Camping de la Citè, ein ganzjährig geöffneter Wohnmobilplatz neben dem (im Winter geschlossenen) Campingplatz. Jeweils 20 Minuten bis in die Stadt oder zur Festung. Camping de la Citè, Chemin Bernard Délicieux, 11000 Carcassonne, Frankreich www.campingcitecarcassonne.com

Ein entspanntes Wochenende mit Besuch der Alt- und Neustadt, natürlich der berühmten Festung und viel Zeit zum lesen, laufen, lachen. Einige Eindrücke…

Nach dem langen Wochenende, die Hälfte unserer Reisezeit war um, überlegten wir über Bordeaux / Paris zurück zu fahren. Das wäre aber nochmal viel Strecke in wenigen Tagen; bei aller Aufregung des Neuen und Ausprobierens wünschten wir uns doch mit einem kleinen Erholungsgefühl nach Hause zu kommen. Letztlich siegt die Vernunft, wir machten uns auf den Weg Richtung Heimat, auf gleicher Strecke zurück, mit dem Plan nach zwei Transferetappen noch einge Tage in Freiburg im Breisgau Station zu machen. Via Mobilgerät den Stellplatz reserviert, nach drei Tagen auf dem Stellplatz Wasser ver- und entsorgt, am Supermarkt Vorräte aufgefüllt und los ging die Fahrt.

Mittlerweile hatten wir das Tempo etc. auf den Autobahnen gut raus, so dass mit moderater Tempomateinstellung, nicht übermäßigem Dieseldurst von Wilma ein entspanntes Fahren möglich war. So kamen wir am Montag nachmittag auf dem uns schon bekannten Stellplatz in Villefranche an, nach einem entspannten Abend und ruhiger Nacht ging es am Dienstag weiter bis Freiburg. Hier kamen wir Dienstag nachmittag an, bezogen unseren Stellplatz – und dann ging es erstmal ausgiebig unter die (Campingplatz-)Dusche. Das duschen funktioniert zwar in unserem Mobil ganz gut; mit viel Platz und (fast unbegrenzt) Wasser ist das aber doch eine Wohltat.

Schöner Campingplatz an der Dreisam, 15 Minuten zu Fuß in die Stadt oder 5 min zur Straßenbahn
Camping Hirzberg, Kartäuserstraße 99, 79104 Freiburg im Breisgau, www.freiburg-camping.de

Und neben dem Stellplatz ein tolles Restaurant, Gasthaus zum Stahl, sehr zu empfehlen

Es wurde Zeit sich wieder an die etwas kälteren Temperaturen zu gewöhnen; eben noch bei fast 20° kurz vor der spanischen Grenze und jetzt um 0° in Freiburg. Aber wir hatte sehr schöne sonnige Tage um die Stadt, den Weihnachtsmarkt mit seinen vielen Winkeln und Ständen und auch das ein oder andere Cafè zu entdecken. Und hier, auch an diesen Stell- bzw. Campingplatz kommen wir auf jeden Fall wieder. Nach zwei Tagen in Freiburg machten wir uns dann endgültig auf den Weg nach Hause. Einmal quer durch den Schwarzwald ging es dann via Autobahn A81 / A3 / A7 Richtung Norden.

Unsere erste „große“ Reise mit unserem Mobil ist zu Ende. Wir sind ca. 3.500 km in 13 Tagen gefahren. Zukünftige Reisen wollen wir in den Entfernungen entspannter angehen aber war das erste Mal, aufregend, schon ein wenig entspannend, auf jeden Fall aber ein tolles Erlebnis mit viele Freude und Lust auf weitere Reisen.


1 Kommentar zu „Eine Runde durch Frankreich“

  1. Toll! Diese Seite hast Du wirklich schön gemacht. Über das wie, sollten wir uns mal unterhalten.
    Die Reise kann ich sehr gut nachvollziehen, weil ich diese Strecken auch schon gefahren bin. Frankreich ist eben immer wieder ein Erlebnis. Tipp am Rande: besucht mal die Provence und das Gebiet der Cevennen. C´est merveilleux!
    Grüße aus Bremen Vegesack.

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